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Fundamentalismus

Fundamentalismus

Fundamentalismus

Wir beziehen uns bei den folgenden Ausführungen und Überlegungen ausschließlich auf den Fundamentalismus evangelikal-christlicher Prägung.


Dr. Reinhard Hempelmann hat uneingeschränkt recht, wenn er treffend folgendes bemerkt:

„In Teilen der Medienöffentlichkeit werden Evangelikale pauschal mit christlichen Fundamentalisten gleichgesetzt, die gegen Homosexualität, gegen Feminismus, mithilfe exorzistischer Praktiken gegen Dämonen und den Teufel kämpfen. Eine solche Wahrnehmung trifft jedoch nur einzelne Ausprägungen des Evangelikalismus. Sie wird der Vielfalt der Bewegung nicht gerecht.“

Quelle: EZW / Lexikon / Evangelikale

Alle Mitarbeiter des Vereins „bedingungs-los“ und des Radios „radio bedingungs-los“ wissen um die o.g. Vielfalt der evangelikalen Bewegung. Ebenso wissen wir, oftmals aus eigener jahrelanger Erfahrung, um die Stärken evangelikaler Christen. Wir sind dankbar für viele wertvolle Erlebnisse und für wunderbare, liebevolle Menschen, die man überall innerhalb der evangelikalen Bewegung antreffen kann.

Dennoch: Wir sind zu

Basiswissen

Innerhalb der evangelikalen Bewegung ist aber auch der fundamentalistische Typus anzutreffen, der erhebliche Schwächen hat (s. Videos rechts).

Will man den Fundamentalismus verstehen, muss man die moderne Welt mit ihren „riskanten Freiheiten“ in den Blick nehmen. Modernisierungsprozesse wie Pluralisierung oder Individualisierung erleben fundamentalistische Christen als einen Verlust von Sicherheiten. Als Reaktion bietet der Fundamentalismus dem antimodernistischen Gläubigen u.a. folgende Ruhepole:
Er schafft Eindeutigkeit (Klares Schwarz-Weiß-Denken)
Er bezieht eine feste, nicht veränderbare Position
„Zeitgeist“-Kompromissen theologischer oder kirchlicher Art begegnet er mit Protest
Ein „geheimnisleeres“ Wirklichkeitsverständnis ist für fundamentalistische Christen wenig attraktiv, sie wollen etwas mit Gott erleben, Wunder und „übernatürliches“ Wirken Gottes üben eine große Faszination auf sie aus.
Gewissheit und Vergewisserung in den Grundfragen des Lebens und in den Fragen der Lebensführung durch wortwörtliches, „bibeltreues“ Bibelverständnis, das von der absoluten Irrtumslosigkeit (inerrancy) und Unfehlbarkeit (infallibility) der „ganzen Heiligen Schrift in jeder Hinsicht“ ausgeht (vgl. sog. „Chicago-Erklärung“)

Fundamentalismus: Ein Erfahrungsbericht

Warum das fundamentalistische Bibelverständnis nicht überzeugen kann

Der fundamentalistische Umgang

mit der Heiligen Schrift

1 Der fundamentalistische Umgang mit der Heiligen Schrift hat seine Wurzeln in der Zeit der Reformation, wo man dafür kämpfte, dem Literalsinn der Heiligen Schrift treu zu bleiben. Nach der Aufklärung erschien diese Art, die Bibel zu lesen, im Protestantismus als Reaktion auf die liberale Exegese. Der Begriff „fundamentalistisch“ wurde auf dem Amerikanischen Bibelkongreß geprägt, der 1895 in Niagara im Staate New York stattfand.

Die konservativen protestantischen Exegeten legten damals „fünf Punkte des Fundamentalismus“ fest: die Lehre von der wörtlichen Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift, der Gottheit Christi, der jungfräulichen Geburt Jesu, der stellvertretenden Sühne Jesu und der körperlichen Auferstehung bei der Wiederkunft Christi.

3 Das Grundproblem dieses fundamentalistischen Umgangs mit der Heiligen Schrift besteht darin, daß er den geschichtlichen Charakter der biblischen Offenbarung ablehnt und daher unfähig wird, die Wahrheit der Menschwerdung selbst voll anzunehmen.

Für den Fundamentalismus ist die enge Verbindung zwischen Göttlichem und Menschlichem in der Beziehung zu Gott ein Ärgernis. Er weigert sich zuzugeben, daß das inspirierte Wort Gottes in menschlicher Sprache ausgedrückt und unter göttlicher Inspiration von menschlichen Autoren niedergeschrieben wurde, deren Fähigkeiten und Mittel beschränkt waren.

2 Obschon der Fundamentalismus mit Recht auf der göttlichen Inspiration der Bibel, der Irrtumslosigkeit des Wortes Gottes und den anderen biblischen Wahrheiten insistiert, die in den fünf genannten Grundsätzen enthalten sind, so wurzelt seine Art, diese Wahrheiten darzulegen, doch in einer Ideologie, die nicht biblisch ist, mögen ihre Vertreter auch noch so sehr das Gegenteil behaupten.

Denn diese verlangt ein totales Einverständnis mit starren doktrinären Haltungen und fordert als einzige Quelle der Lehre im Hinblick auf das christliche Leben und Heil eine Lektüre der Bibel, die jegliches kritisches Fragen und Forschen ablehnt.

 

Quelle

4 Er hat deshalb die Tendenz, den biblischen Text so zu behandeln, als ob er vom Heiligen Geist wortwörtlich diktiert worden wäre. Er sieht nicht, daß das Wort Gottes in einer Sprache und in einem Stil formuliert worden ist, die durch die jeweilige Epoche der Texte bedingt sind. Er schenkt den literarischen Gattungen und der menschlichen Denkart, wie sie in den biblischen Texten vorliegen, keinerlei Beachtung, obschon sie Frucht einer sich über mehrere Zeitepochen erstreckenden Erarbeitung sind und Spuren ganz verschiedener historischer Situationen tragen.

Quelle

Stöber mal …

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